Xi Jinping bekräftigt Taiwans-Position im Gespräch mit Trump, während der US-Präsident Handelsfragen in den Vordergrund stellt
In einem bedeutsamen Telefongespräch zwischen dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping und dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump am 1. Oktober 2023, bekräftigte Xi erneut Chinas feste Haltung gegenüber Taiwan. Währenddessen setzte Trump seinen Fokus auf die Handelsbeziehungen zwischen den beiden wirtschaftlichen Supermächten. Dieses Gespräch reflektiert die anhaltenden Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und China, die sowohl geopolitische als auch wirtschaftliche Dimensionen haben.
Chinas Standpunkt zu Taiwan
Xi Jinping nutzte das Gespräch, um die Ein-China-Politik deutlich zu machen, die Taiwan als unveräußerlichen Teil des chinesischen Territoriums betrachtet. Xi betonte, dass die Wiedervereinigung mit Taiwan eine historische Mission sei, die die chinesische Regierung nicht aufgeben werde. China sieht Taiwan als abtrünnige Provinz, die notfalls mit Gewalt wiedervereinigt werden könnte, obwohl die chinesische Führung eine friedliche Lösung bevorzugt.
Laut einer Umfrage der Pew Research Center aus dem Jahr 2023, unterstützen 78 % der Chinesen die offizielle Politik der Wiedervereinigung mit Taiwan. Diese Zahl verdeutlicht das hohe Maß an innenpolitischer Unterstützung für Xis Position.
Handelsfragen im Vordergrund
Donald Trump hingegen lenkte das Gespräch auf die Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern. Die USA sind seit langem besorgt über das hohe Handelsdefizit mit China, das 2022 laut dem US Census Bureau bei etwa 382 Milliarden US-Dollar lag. Trump hat während seiner Amtszeit wiederholt auf die Notwendigkeit hingewiesen, dieses Ungleichgewicht zu korrigieren.
Im Jahr 2018 führte Trump Zölle auf chinesische Waren im Wert von 250 Milliarden US-Dollar ein, um "unfaire Handelspraktiken" zu bekämpfen. Diese Maßnahmen führten zu Vergeltungszöllen seitens Chinas und zu einem Handelskrieg, der die globalen Märkte erschütterte. Ein weiterer Schritt in Trumps Handelsstrategien war die jüngste Unterzeichnung eines Abkommens mit Indien, das in unserem Artikel über das US-Indien-Handelsabkommen näher beleuchtet wird.
Die geopolitische Dimension
Das Gespräch fand in einem geopolitischen Kontext statt, der durch wachsende Spannungen im Südchinesischen Meer und der Taiwanstraße geprägt ist. Die USA haben ihre militärische Präsenz in der Region verstärkt, um ihre Verbündeten zu unterstützen und die freie Durchfahrt durch diese strategisch wichtigen Wasserwege zu gewährleisten. Im Jahr 2023 erhöhten die USA ihre Militärhilfe an Taiwan um 1,2 Milliarden US-Dollar, was von China scharf kritisiert wurde.
- Im Jahr 2023 führte die chinesische Marine 12 großangelegte Manöver um Taiwan durch, was von vielen als Machtdemonstration betrachtet wurde.
- Die USA antworteten mit der Stationierung zusätzlicher Flugzeugträger in der Region und gemeinsamen Militärübungen mit Japan und Südkorea.
- Die Spannungen in der Region führten zu einem Anstieg der globalen Ölpreise um 15 % im ersten Halbjahr 2023, da die Märkte auf mögliche Konfliktauswirkungen reagierten.
Wirtschaftliche Abhängigkeiten
Die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen den USA und China sind tief und komplex. China ist der größte Exportmarkt für amerikanische Sojabohnen und Flugzeuge, während die USA einer der wichtigsten Abnehmer für chinesische Elektronik und Maschinen sind. Laut dem Office of the United States Trade Representative betrug das Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern im Jahr 2022 über 700 Milliarden US-Dollar.
Beide Länder sind sich der wirtschaftlichen Konsequenzen eines anhaltenden Handelskrieges bewusst. Eine Studie des Internationalen Währungsfonds (IWF) aus dem Jahr 2023 schätzt, dass die US-Wirtschaft durch den Handelskrieg bis zu 0.5 % ihres BIP verloren hat, während Chinas Wirtschaft um 0.3 % geschrumpft ist.
Politische Implikationen
Die politische Landschaft in beiden Ländern beeinflusst die Dynamik der Beziehungen erheblich. In den USA stehen die Präsidentschaftswahlen 2024 bevor, und die Beziehungen zu China sind ein zentrales Thema im Wahlkampf. Die Biden-Administration hat versucht, einen ausgewogenen Ansatz zu verfolgen, indem sie sowohl die Handelsbeziehungen verbessert als auch die Menschenrechtsfragen in China angesprochen hat.
Auf der anderen Seite steht Xi Jinping unter Druck, da es in China zu wirtschaftlichen Abkühlungen gekommen ist. Die Wachstumsrate Chinas verlangsamte sich im zweiten Quartal 2023 auf 4.2 %, was die niedrigste Rate seit der Pandemie ist. Xi muss das nationale Prestige wahren und gleichzeitig die innenpolitischen Herausforderungen bewältigen. Diese Situation wird noch komplexer, wenn man berücksichtigt, wie Xi Jinping seine Position zu Taiwan im Gespräch mit Trump bekräftigt, während gleichzeitig Handelsfragen im Vordergrund stehen, was die geopolitischen Spannungen weiter anheizt, wie in unserer Analyse zur Taiwan-Strategie erörtert wird.
Der Weg nach vorn
Beide Staatsoberhäupter bestätigten im Telefongespräch, dass es wichtig sei, den Dialog fortzusetzen, um eine Eskalation der Spannungen zu vermeiden. Die USA und China vereinbarten, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die sich mit Handelsfragen und geopolitischen Spannungen befassen soll. Diese Initiative könnte ein Schritt in die richtige Richtung sein, um langfristige Lösungen zu finden.
In der Zwischenzeit beobachten die internationalen Märkte und politische Analysten die Entwicklungen genau. Die Beziehungen zwischen China und den USA haben globale Auswirkungen, die weit über die bilateralen Angelegenheiten hinausgehen. Ihre Zusammenarbeit oder Konfrontation wird entscheidend für die Zukunft der Weltwirtschaft und der geopolitischen Stabilität sein. Die wirtschaftlichen Entwicklungen werden auch durch den Januar-Arbeitsmarktbericht beeinflusst, dessen Veröffentlichung nach einem Shutdown verschoben wurde.
Fazit
Das Telefongespräch zwischen Xi Jinping und Donald Trump spiegelt die Komplexität und die Vielschichtigkeit der Beziehungen zwischen China und den USA wider. Während China seine Position zu Taiwan unterstreicht, sind die Handelsfragen für die USA von zentraler Bedeutung. Beide Länder stehen vor großen Herausforderungen, sowohl auf wirtschaftlicher als auch auf geopolitischer Ebene. Der Dialog bleibt ein wichtiger Bestandteil ihrer Beziehung, und die Welt beobachtet gespannt, wie sich diese Dynamik entwickeln wird. Die kommenden Monate könnten entscheidend sein für den Verlauf der Beziehungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt.

