Technische Analyse: Der Januar-Arbeitsmarktbericht wird nach Shutdown-Verzögerung am 11. Februar veröffentlicht
Die Veröffentlichung des Januar-Arbeitsmarktberichts der Vereinigten Staaten, die ursprünglich für Anfang des Monats geplant war, wird aufgrund eines kürzlich stattgefundenen Regierungsstillstands auf den 11. Februar verschoben. Dieser Bericht, der von großer Bedeutung für die Finanzmärkte und die wirtschaftspolitische Entscheidungsfindung ist, wird mit Spannung erwartet, da er Aufschluss über die Beschäftigungslage und das Wirtschaftswachstum zu Beginn des Jahres 2023 geben wird.
Hintergrund des Shutdowns und dessen Auswirkungen
Der jüngste Regierungsstillstand in den USA, der 16 Tage andauerte, wurde durch eine Pattsituation im Kongress bezüglich der Haushaltsfinanzierung verursacht. Während dieser Zeit wurden viele Regierungsfunktionen eingestellt, und die Arbeit zahlreicher Behörden wurde erheblich beeinträchtigt, darunter auch das Bureau of Labor Statistics (BLS), das für die Erstellung und Veröffentlichung des Arbeitsmarktberichts verantwortlich ist.
Die Auswirkungen des Shutdowns waren weitreichend. Millionen von Regierungsangestellten waren entweder in Zwangsurlaub oder arbeiteten ohne Bezahlung. Dies führte zu einem spürbaren Rückgang der Konsumausgaben in den betroffenen Sektoren, was sich wiederum negativ auf die wirtschaftliche Gesamtleistung auswirkte. Laut einer Analyse der Congressional Budget Office führte der Shutdown zu einem Verlust von etwa 11 Milliarden US-Dollar in der Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2023.
Wichtigkeit des Arbeitsmarktberichts
Der Arbeitsmarktbericht ist ein entscheidendes Instrument zur Beurteilung der wirtschaftlichen Gesundheit der USA. Er bietet detaillierte Informationen über die Beschäftigungszahlen, die Arbeitslosenquote und die durchschnittlichen Stundenlöhne. Diese Daten sind entscheidend für die Federal Reserve, um geldpolitische Entscheidungen zu treffen, insbesondere in Bezug auf Zinssätze und Inflation.
Historisch gesehen haben unvorhergesehene Veränderungen in den Beschäftigungsdaten oft zu erheblichen Bewegungen an den Finanzmärkten geführt. Ein besser als erwarteter Bericht kann zu einem Anstieg der Aktienkurse führen, da Investoren optimistischer über das Wirtschaftswachstum werden. Umgekehrt kann ein schlechter Bericht Besorgnis über eine mögliche Wirtschaftsschwäche hervorrufen und zu einem Rückgang der Marktwerte führen. Ein aktuelles Beispiel dafür ist der Januar-Arbeitsmarktbericht, der nach einer Verzögerung durch den Shutdown am 11. Februar veröffentlicht wird.
Erwartungen und Prognosen für den Januar-Bericht
Analysten erwarten, dass der Januar-Bericht ein gemischtes Bild der wirtschaftlichen Lage zeichnen könnte. Nach Schätzungen von Bloomberg wird erwartet, dass etwa 150.000 neue Arbeitsplätze geschaffen wurden, eine deutliche Verlangsamung im Vergleich zu den durchschnittlich 200.000 neuen Stellen pro Monat im Jahr 2022. Diese Prognosen berücksichtigen die Auswirkungen des Shutdowns sowie saisonale Anpassungen.
- Arbeitslosenquote: Es wird erwartet, dass die Arbeitslosenquote unverändert bei 3,5 % bleibt, was auf eine weiterhin starke Nachfrage nach Arbeitskräften hindeutet.
- Durchschnittliche Stundenlöhne: Analysten rechnen mit einem moderaten Anstieg der durchschnittlichen Stundenlöhne um 0,3 % im Vergleich zum Vormonat, was einer jährlichen Steigerung von 4,6 % entspricht. Dies könnte ein Indikator für anhaltenden Inflationsdruck sein, der die Federal Reserve dazu veranlassen könnte, ihre Zinspolitik zu überdenken.
Einfluss des Berichts auf die Geldpolitik
Die Federal Reserve hat betont, dass ihre Entscheidungen maßgeblich von wirtschaftlichen Daten beeinflusst werden. Sollte der Arbeitsmarktbericht starke Beschäftigungszahlen und steigende Löhne zeigen, könnte dies die Zentralbank dazu veranlassen, ihre restriktivere Geldpolitik fortzusetzen. Dies könnte durch eine Erhöhung der Leitzinsen geschehen, um die Inflation unter Kontrolle zu halten.
Im Gegensatz dazu könnten schwache Zahlen die Federal Reserve dazu veranlassen, eine vorsichtigere Haltung einzunehmen, um das Wirtschaftswachstum nicht zu gefährden. In einem kürzlich gehaltenen Vortrag betonte der Vorsitzende der Federal Reserve, Jerome Powell, die Bedeutung eines ausgewogenen Ansatzes, um sowohl das Beschäftigungswachstum zu unterstützen als auch die Inflation zu bekämpfen.
Reaktionen der Finanzmärkte
Die Finanzmärkte haben auf die Ankündigung der Verzögerung mit einer gewissen Volatilität reagiert. Einige Marktteilnehmer befürchten, dass die Unsicherheit über die wirtschaftliche Lage zu einer erhöhten Risikobereitschaft führen könnte. Der S&P 500 Index ist seit Beginn des Shutdowns um etwa 2 % gesunken, während die Renditen von US-Staatsanleihen leicht gestiegen sind, was auf eine erhöhte Nachfrage nach sicheren Häfen hinweist.
Es wird erwartet, dass der Januar-Arbeitsmarktbericht nach seiner Veröffentlichung erhebliche Marktbewegungen auslösen könnte, insbesondere wenn die Daten von den Erwartungen der Analysten abweichen. Investoren werden den Bericht genau analysieren, um Hinweise auf die zukünftige Richtung der Wirtschaft und der Geldpolitik zu erhalten. Ein entscheidender Faktor in diesem Zusammenhang könnte die aktuelle Situation der Entlassungen sein, die das schlimmste Januar-Niveau seit 2009 erreicht hat.
Schlussfolgerung
Die Verzögerung der Veröffentlichung des Januar-Arbeitsmarktberichts infolge des Regierungsstillstands hat das Interesse von Analysten, Investoren und politischen Entscheidungsträgern gleichermaßen geweckt. Da der Bericht ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Gesundheit der USA ist, wird seine Veröffentlichung am 11. Februar mit Spannung erwartet. Die daraus gewonnenen Daten werden entscheidend sein, um das Vertrauen der Märkte wiederherzustellen und die zukünftige Richtung der Geldpolitik zu bestimmen.
In der Zwischenzeit bleibt die Unsicherheit bestehen, und die Marktteilnehmer werden weiterhin vorsichtig agieren, bis klare Informationen zur Verfügung stehen. Die kommenden Wochen könnten entscheidend dafür sein, wie sich die US-Wirtschaft und die globalen Märkte entwickeln werden. "Ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Lage sind die Arbeitsmarktzahlen, insbesondere die Januar-Entlassungen auf Rekordhoch, die bereits für Aufsehen gesorgt haben."

