Technical Analysis

Chinas Zentralbank setzt Goldkäufe fort trotz stagnierendem Bullenmarkt

SSarah Chen
4 Min. Lesezeit
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Chinas Zentralbank setzt Goldkäufe fort trotz stagnierendem Bullenmarkt

Chinas Zentralbank setzt Goldkäufe fort, während Bullenlauf ins Stocken gerät

Die chinesische Zentralbank hat im Jahr 2023 ihre Goldkäufe weiter ausgebaut, trotz eines ins Stocken geratenen Bullenlaufs an den Goldmärkten. Diese Strategie der People's Bank of China (PBoC) steht im Einklang mit ihrer langfristigen Politik der Diversifizierung ihrer Reserven, während die globalen Märkte mit Unsicherheiten und wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert sind.

Die Rolle des Goldes in Chinas Wirtschaftsstrategie

Gold spielt eine zentrale Rolle in der Wirtschaftsstrategie Chinas. Das Edelmetall wird nicht nur als Wertspeicher angesehen, sondern auch als Absicherung gegen geopolitische Risiken und Währungsvolatilität. Im Jahr 2023 hat die PBoC ihre Goldreserven weiter aufgestockt, wobei die monatlichen Käufe im Durchschnitt bei etwa 10 Tonnen lagen. Diese Käufe sind Teil eines Trends, der bereits seit dem Jahr 2018 zu beobachten ist, als China nach einer dreijährigen Pause seine Goldkäufe wieder aufnahm.

Fakten und Statistiken

  • Die Goldreserven Chinas beliefen sich im Oktober 2023 auf rund 2.165 Tonnen.
  • Seit Beginn der aktuellen Kaufphase im Jahr 2018 hat China seine Goldreserven um über 700 Tonnen erhöht.
  • Chinas Goldkäufe sind Teil einer breiteren Bewegung unter Schwellenländern, die ihre US-Dollar-Reserven diversifizieren wollen.

Die Entscheidung, weiterhin Gold zu kaufen, spiegelt Chinas Misstrauen gegenüber dem US-Dollar wider, der nach wie vor die weltweit führende Reservewährung ist. Angesichts der geopolitischen Spannungen und der Ungewissheit auf den Devisenmärkten könnte Gold als sicherer Hafen weiterhin an Attraktivität gewinnen.

Der Bullenlauf auf dem Goldmarkt und seine aktuelle Entwicklung

Der Goldmarkt verzeichnete in den letzten Jahren einen beeindruckenden Bullenlauf, wobei der Preis für eine Unze Gold im Jahr 2020 zum ersten Mal über die Marke von 2.000 US-Dollar stieg. Dieser Aufwärtstrend wurde durch die wirtschaftlichen Unsicherheiten im Zuge der COVID-19-Pandemie und die expansive Geldpolitik der Zentralbanken weltweit angetrieben.

Im Jahr 2023 jedoch begann dieser Bullenlauf zu stocken. Die Goldpreise schwankten und fielen zeitweise unter die Marke von 1.800 US-Dollar pro Unze, bevor sie sich erneut stabilisierten. Diese Volatilität ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen: Diese wirtschaftlichen Unsicherheiten könnten auch durch die jüngsten Entlassungen im Januar beeinflusst worden sein, die auf ein Rekordhoch seit 2009 hindeuten.

  • Die Straffung der Geldpolitik durch die US-Notenbank, die die Zinsen anhob, um die Inflation zu bekämpfen.
  • Ein stärkerer US-Dollar, der die Nachfrage nach Gold als alternativer Wertspeicher beeinträchtigte.
  • Eine Erholung der globalen Wirtschaft, die das Anlegerinteresse an riskanteren Anlageklassen weckte.

Der Einfluss der US-Notenbank

Die Entscheidungen der US-Notenbank (Federal Reserve) haben einen erheblichen Einfluss auf die Goldpreise. Mit der Anhebung der Zinssätze im Jahr 2023 versuchte die Federal Reserve, die Inflation zu kontrollieren, was jedoch auch die Attraktivität von Gold als nicht verzinsliches Asset verringerte. Ein höherer Zinssatz bedeutet, dass die Opportunitätskosten für das Halten von Gold steigen, was tendenziell zu einem Rückgang der Nachfrage führt.

Chinas langfristige Perspektive

Trotz der kurzfristigen Schwankungen auf den Goldmärkten bleibt China seiner langfristigen Strategie treu. Die kontinuierlichen Goldkäufe der PBoC sind ein Zeichen dafür, dass das Land an der Diversifizierung seiner Währungsreserven festhält. Diese Strategie könnte sich langfristig als vorteilhaft erweisen, insbesondere wenn geopolitische Spannungen zunehmen oder die Stabilität der globalen Finanzmärkte weiter unter Druck gerät.

Ein weiterer Grund für Chinas Goldkäufe ist das Bestreben, den Yuan als internationale Währung zu stärken. Durch den Ausbau der Goldreserven könnte China das Vertrauen in den Yuan fördern und seine Position auf dem globalen Währungsmarkt verbessern. Ein solches Vorgehen könnte auch Auswirkungen auf die geopolitischen Spannungen haben, wie zuletzt in der Diskussion um Taiwans Position deutlich wurde.

Geopolitische Implikationen

Chinas anhaltende Goldkäufe haben auch geopolitische Implikationen. In einer Zeit, in der die Beziehungen zwischen den USA und China angespannt sind, signalisiert Chinas Goldstrategie möglicherweise einen Schritt zur Verringerung der Abhängigkeit vom US-Dollar. Dies könnte langfristig Auswirkungen auf die globale Finanzarchitektur haben, insbesondere wenn andere Länder diesem Beispiel folgen.

Fazit

Die Fortsetzung der Goldkäufe durch die chinesische Zentralbank trotz eines ins Stocken geratenen Bullenlaufs auf dem Goldmarkt unterstreicht die Bedeutung des Edelmetalls für Chinas wirtschaftliche und geopolitische Strategie. Während kurzfristige Marktvolatilität und geldpolitische Entscheidungen anderer Länder die Goldpreise beeinflussen, bleibt China seiner langfristigen Vision treu. Die Strategie der Diversifizierung und Absicherung könnte China dabei helfen, zukünftige wirtschaftliche Herausforderungen zu meistern und seine Position auf der globalen Bühne zu stärken.

Angesichts der aktuellen Entwicklungen bleibt abzuwarten, wie sich Chinas Goldkäufe auf die globalen Märkte auswirken werden und ob andere Länder diesem Beispiel folgen werden. Die Auswirkungen solcher Entscheidungen könnten auch in dem bevorstehenden Januar-Arbeitsmarktbericht sichtbar werden, der am 11. Februar veröffentlicht wird.

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Häufig Gestellte Fragen

Die People's Bank of China (PBoC) kauft weiterhin Gold, um ihre Währungsreserven zu diversifizieren und sich gegen geopolitische Risiken sowie Währungsvolatilität abzusichern. Diese Strategie ist Teil Chinas langfristiger Wirtschaftsstrategie, um das Vertrauen in den US-Dollar zu verringern und stabilere Vermögenswerte zu halten.
Im Jahr 2023 hat die chinesische Zentralbank ihre Goldkäufe auf einem Durchschnitt von etwa 10 Tonnen pro Monat fortgesetzt. Insgesamt beliefen sich die Goldreserven Chinas im Oktober 2023 auf rund 2.165 Tonnen, was eine Steigerung von über 700 Tonnen seit dem Beginn der aktuellen Kaufphase im Jahr 2018 darstellt.
Der stagnierende Bullenmarkt hat zu einer erhöhten Volatilität der Goldpreise geführt, die zeitweise unter die Marke von 1.800 US-Dollar pro Unze fielen. Diese Unsicherheit beeinflusst sowohl Investoren als auch Zentralbanken, die sich auf Gold als sicheren Hafen konzentrieren, während sie auf wirtschaftliche Entwicklungen reagieren.
China nahm seine Goldkäufe im Jahr 2018 wieder auf, nachdem es zuvor drei Jahre lang pausiert hatte. Diese Wiederaufnahme der Käufe ist Teil einer breiteren Strategie zur Diversifizierung der Währungsreserven, die auch in den folgenden Jahren fortgesetzt wurde.
Gold spielt eine zentrale Rolle in Chinas Wirtschaftsstrategie, da es als Wertspeicher und Absicherung gegen wirtschaftliche Unsicherheiten dient. Die PBoC sieht Gold als wichtigen Bestandteil ihrer Reserven, insbesondere angesichts der geopolitischen Spannungen und der Ungewissheit auf den Devisenmärkten.